November 05, 2011

Anguilla, British West Indies

Anguilla (der Aal) gehört zu BWI, British West Indies. In diesem Eckle der Karibik ist es etwas unübersichtlich
bezüglich der Frage, welches Insele zu welcher Kolonialmacht gehört.
So gesehen ist die Anreise schon sehr „international“: von Stuttgart (Württemberg) über Paris (Frankreich) nach Sint Maarten (Niederlande) und letztlich nach Anguilla (UK). Das letzte Stückle per Schiffle. Die Immigration am Hafen (also wirklich, „Häfele“) „Blowing Point“ ist so wie ganz früher: eine etwas bessere Holzbaracke. Man tut gut daran, die Einreisepapiere bereits (korrekt !) ausgefüllt parat zu haben. Noch wichtiger: Geduld. Wenn man nämlich Pech hat, ist ein Anguillano/eine Anguillana vor einem – und die haben immer ganz viel Gepäck. Wenn es der Immigration-Lady (es sind immer Ladies, nicht unter zweieinhalb Zentnern) gefällt, wird das Gepäck der Landsleute ordentlich gefilzt und die Rechnungen der auf Sint Maarten gekauften Waren penibel geprüft. Wenn es dann schon 4pm durch ist und Du weißt, dass Thrifty´s punkt 5pm den Laden dicht macht und Du nach der Kontrolle noch etwa 20 Minuten mit dem cab brauchst – nützte es trotz allem nix, etwas Tempo anzumahnen. Wie gesagt, die Immigration Ladies...

Bei Thrifty´s angekommen braucht man: logo, den eigenen Führerschein, noch mal ganz viel Geduld und zwanzig bucks extra. Man bekommt dafür eine temporary driver license, befristet auf drei Monate. Auch schön, gell? Das ist nicht etwa vergleichbar mit einem Dokument – das ist ein Stückle Karton, auf das ein Stempel gemacht wird. Könnte man auch selber machen; die zwanzig bucks sind so oder so fällig. Und da ein Touri ja eher selten innerhalb von drei Monaten zwei Mal einreist, ist das eine Art „Willkommenssteuer“. -

Es gibt schätzungsweise gut eintausend Inseln in der Karibik, ein paar kenne ich auch. Warum also Anguilla? Weil es ein bissle „ab vom Schuss“ ist, kein „Ballermann“ wie Sint Maarten und keine klassische Ferieninsel wie Martinique, St Barths, Antigua oder Guadeloupe. Wer also einfach abhängen will – here we are,
Alles Weitere zu Anguilla: http://en.wikipedia.org/wiki/Anguilla

Tja, und so wie es Religionen gibt, die behaupten,dass der Scheff übers Wasser laufen kann, gibt es hier offensichtlich einen ähnlichen Aberglauben – dass man nämlich mit dem Pickup übers Wasser fahren kann.

Wie die "Religion" hier heißt, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Ist aber letztlich schnupps, denn das mit dem Pickup geht natürlich auch nicht. Ob der Rasta, der sich über die Motorhaube beugt, eine Art "Priester" ist, konnte ich leider auch nicht evaluieren. Als gelernter Ethnologe habe ich natürlich fleissig beobachtet - bin aber irgendwann eingeschlafen, weil mir die Struktur der Problemlösungsstrategie verborgen blieb. "Das geht nur mit nem Truck", dachte ich noch bevor ich wegschlummerte. So war das dann auch (wieviel Stunden später auch immer).

Strändle vor der Tür




... ein bissle Apocalypse Now ....


... aber die drei (gehören zum Haushalt) passen auf mich auf. Sandy (an der Palme) hat das Kommando.

Auch auf Anguilla geht ein Tag zu Ende.....




















Über so unterschiedliche Dinge wie Johnno´s (Jazz-Kneipe, Sandy Ground), die Shoal Bay (Beach? More!)und Frantz Fanon´s "Les Damnés de la Terre" gibt´s demnächst was zum Lesen.

August 13, 2011

Rwanda 2011

Rwanda als Internet-Hub Afrika - auch eine tolle "Vision". "Vision 2020" nennt das das Herrschafts-Gesindel. Nebenbei wurde die englische Sprache als Herrschaftssprache eingeführt. Sidekick gegen die Froschfresser :-).
Dass "Berater" aus UK gerne in Rwanda gesehen werden, wird angesichts des Zustands der englischen Gesellschaft hopefully auch dem letzten Depp klar.

Was "Modernisierung" heißt, kann hier besichtigt werden:

http://mediathek.daserste.de/podcast/2745378_weltspiegel/7865976_ruanda--wellblech-und-internet---vision-2020?type=null.

Dezember 06, 2008

Epilog - to be continued

Nachdem ich wieder ein paar Tage hier bin und sich Alles ein bissle gesetzt hat: wie wenig ich über Afrika weiß, fast gar nix. Bevor ich die Reise geplant habe, hatte ich noch nicht mal gewusst, wo Rwanda überhaupt ist.

In Kigali war ich im Genozid-Memorial, das mich sehr an das Holocaust-Mahnmal in Berlin erinnert hat. Was mich (als ehemaliger Katholik) richtig gewürgt hat: die Pfaffen aller Couleur haben zugesehen. Während meines Aufenthalts in Kigali gab es eine Konferenz der Pfaffen, die so geendet hat: mea culpa. Und die die mit unserer Hilfe totgeschlagen wurden, sind ja jetzt im Himmel.
Sofern es noch ambitionierte Wissenschaftler gibt - here we go: die Rolle der katholischen Kirche im Genozid in Rwanda 1994. Und wenn es solche Wissenschaftler nicht mehr gibt, mach ich das. -

1994 wurden in Rwanda in drei Monaten eine Million Menschen totgeschlagen. Die UN hat´s gewusst, die Amerikaner haben´s gewusst, die Europäer haben´s gewusst. Alle haben´s gewusst.
Roméo Dallaire, der damalige Chef der UN-Sicherheitskräfte, hat darüber ein Buch geschrieben, das ich die letzten Tage gelesen habe: "Handschlag mit dem Teufel" (gibt´s zur Zeit bei 2001).

Es gibt ein Fax von Roméo Dallaire an den obersten UN-Chef (das war 1994 Kofi Annan), in dem Dallaire um das Mandat bittet, den Genozid zu stoppen. Wurde abschlägig beschieden. Von Kofi Annan. Kofi Annan hat 1991 den Friedensnobelpreis erhalten. -

Mir ist schon klar, dass jeden Tag irgendwo auf dem Planeten ne Menge Scheiße passiert - und dass man schlichtweg auch nicht Alles wissen kann. Und selbst wenn - und dann?

Der Anspruch bleibt, nichtsdestotrotz: "Ungerechtigkeit muss sein, sonst kommt es zu keinem Ende" (Karl Kraus).

Dezember 04, 2008

Back Home

Bin seit gestern wieder zu Hause.

Was "zu Hause" oder aber gar "Heimat" meint - oioi, das ist ein heikles Thema.
Insbesondere Menschen, die sich gerne als nicht-konservativ bezeichnen, tun sich damit ja ganz arg schwer. -

Es st wie mit Allem - ich denke, im 21. Jahrhundert sollte man mal nicht nur in der IT ein bissle über den Tellerrand gucken (also zügig anfangen, WEB 3.0 zu "installieren" - nicht technisch natürlich), sondern auch in allen anderen wissenschaftlichen Disziplinen.

Vilém Flusser, ein "outsider" in der Philosophie, hat das vor Jahren schon gemacht. Für die, die mal was lesen wollen zu - nennen wir´s mal so - "Heimat 3.0": Von der Freiheit des Migranten. Einsprüche gegen den Nationalismus. Zu Flussser: http://de.wikipedia.org/wiki/Vil%C3%A9m_Flusser

Dezember 01, 2008

Zanzibar - Pale pale




Zanzibar besteht aus vielen kleinen Inseln mit den main islands Ujunga und Pemba. International wird Ujunga als Zanzibar bezeichnet. "Hauptstadt" ist Stone Town. Cooles Klima mit 28-32 Grad ganzjährig, keine Hektik.


Ich hab mich ca. 15 Kilometer von Stone Town in der Nähe von Bububu (heißt wirklich so) in ner kleinen Lodge in die Hängematte gelegt - Hakuna Matata (http://www.hakuna-matata-beach-lodge.com/).

Ausgezeichnetes Essen (klasse Koch aus Österreich), feiner Wein, Ausflügle nach Stone Town, zum Schnorcheln (Korallenriffe) und zu ner Gewürzplantage.
Ansonsten: dicke Bücher & viel schlafen. Pale pale, wie es hier heißt. Immer schön langsam :-)

Die Tigerle von Kigali :-)




Seit ein paar Tagen bin ich im Paradiesle - Zanzibar.
News und Bilder kommen später.
Möchte mich ganz arg bei Lisa und Gregor für die entspannten Tage in Kigali bedanken !!!!
Wer Lust hat, kann sich unter den folgenden Links noch mal umfassend zu den Hintergünden der politischen Situation und der dumpfbackigen deutschen Politik schlau machen:
Der Autor der beiden Kommentare (Dominc Johnson, taz-Redakteur Afrika) hat darüber hinaus ein exorbitant gutes Buch zur Situation im Kongo geschrieben:
Kongo. Kriege, Korruption und die Kunst des Überlebens.

November 23, 2008

Rose-Mania & Post-Colonialism

Overall: mir geht es gut & nach einer Woche bin ich endlich mal wieder richtig ausgeschlafen. -

Die "Rose-Mania" geht in die nächste Runde. Frau Kabuye ist nach Frankreich überstellt worden - und, wer hätte es gedacht, unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden. Die Franzosen spielen auf Zeit, bis niemand mehr weiß, um was es eigentlich geht.
Frau Kabuye wird irgendwann (tigerle wettet 1 $: vor Ende des Jahres) abgeschoben (ich bin kein Jurist, kann aber lesen. Ob die Verhaftung in Frankfurt inline mit internationalem Recht war, oder nicht - das könnte ja mal geklärt werden von den Spezialisten).

Innenpolitisch wird die chose richtig professionell ausgeschlachtet; der anti-europäische Grundzug der politischen statements hat Methode. Betroffen davon sind Deutschland und Frankreich - und die Arschkarte in diesem Spiel wird Deutschland haben.

Wer auch immer das alles eingefädelt hat - es geht nicht um Frau Kabuye und auch nicht um die Frage, wer 1994 den Lear Jet in Kigali abgeschossen hat.

Womöglich geht es nur um den Zugriff auf einen wertvollen Rohstoff, ohne den es keine mobile-phones gäbe: COLTAN.
lean more: http://de.wikipedia.org/wiki/Coltan

Lessons Learned so far: nix Neues. Der G20-Gipfel (das ist wirklich der Gipfel) unlängst in US zementiert die Ungleichheit und forciert die Ausbeutung anstatt eine Politik "auf Augenhöhe" zu beginnen.

tigerle