Dezember 06, 2008

Epilog - to be continued

Nachdem ich wieder ein paar Tage hier bin und sich Alles ein bissle gesetzt hat: wie wenig ich über Afrika weiß, fast gar nix. Bevor ich die Reise geplant habe, hatte ich noch nicht mal gewusst, wo Rwanda überhaupt ist.

In Kigali war ich im Genozid-Memorial, das mich sehr an das Holocaust-Mahnmal in Berlin erinnert hat. Was mich (als ehemaliger Katholik) richtig gewürgt hat: die Pfaffen aller Couleur haben zugesehen. Während meines Aufenthalts in Kigali gab es eine Konferenz der Pfaffen, die so geendet hat: mea culpa. Und die die mit unserer Hilfe totgeschlagen wurden, sind ja jetzt im Himmel.
Sofern es noch ambitionierte Wissenschaftler gibt - here we go: die Rolle der katholischen Kirche im Genozid in Rwanda 1994. Und wenn es solche Wissenschaftler nicht mehr gibt, mach ich das. -

1994 wurden in Rwanda in drei Monaten eine Million Menschen totgeschlagen. Die UN hat´s gewusst, die Amerikaner haben´s gewusst, die Europäer haben´s gewusst. Alle haben´s gewusst.
Roméo Dallaire, der damalige Chef der UN-Sicherheitskräfte, hat darüber ein Buch geschrieben, das ich die letzten Tage gelesen habe: "Handschlag mit dem Teufel" (gibt´s zur Zeit bei 2001).

Es gibt ein Fax von Roméo Dallaire an den obersten UN-Chef (das war 1994 Kofi Annan), in dem Dallaire um das Mandat bittet, den Genozid zu stoppen. Wurde abschlägig beschieden. Von Kofi Annan. Kofi Annan hat 1991 den Friedensnobelpreis erhalten. -

Mir ist schon klar, dass jeden Tag irgendwo auf dem Planeten ne Menge Scheiße passiert - und dass man schlichtweg auch nicht Alles wissen kann. Und selbst wenn - und dann?

Der Anspruch bleibt, nichtsdestotrotz: "Ungerechtigkeit muss sein, sonst kommt es zu keinem Ende" (Karl Kraus).

Dezember 04, 2008

Back Home

Bin seit gestern wieder zu Hause.

Was "zu Hause" oder aber gar "Heimat" meint - oioi, das ist ein heikles Thema.
Insbesondere Menschen, die sich gerne als nicht-konservativ bezeichnen, tun sich damit ja ganz arg schwer. -

Es st wie mit Allem - ich denke, im 21. Jahrhundert sollte man mal nicht nur in der IT ein bissle über den Tellerrand gucken (also zügig anfangen, WEB 3.0 zu "installieren" - nicht technisch natürlich), sondern auch in allen anderen wissenschaftlichen Disziplinen.

Vilém Flusser, ein "outsider" in der Philosophie, hat das vor Jahren schon gemacht. Für die, die mal was lesen wollen zu - nennen wir´s mal so - "Heimat 3.0": Von der Freiheit des Migranten. Einsprüche gegen den Nationalismus. Zu Flussser: http://de.wikipedia.org/wiki/Vil%C3%A9m_Flusser

Dezember 01, 2008

Zanzibar - Pale pale




Zanzibar besteht aus vielen kleinen Inseln mit den main islands Ujunga und Pemba. International wird Ujunga als Zanzibar bezeichnet. "Hauptstadt" ist Stone Town. Cooles Klima mit 28-32 Grad ganzjährig, keine Hektik.


Ich hab mich ca. 15 Kilometer von Stone Town in der Nähe von Bububu (heißt wirklich so) in ner kleinen Lodge in die Hängematte gelegt - Hakuna Matata (http://www.hakuna-matata-beach-lodge.com/).

Ausgezeichnetes Essen (klasse Koch aus Österreich), feiner Wein, Ausflügle nach Stone Town, zum Schnorcheln (Korallenriffe) und zu ner Gewürzplantage.
Ansonsten: dicke Bücher & viel schlafen. Pale pale, wie es hier heißt. Immer schön langsam :-)

Die Tigerle von Kigali :-)




Seit ein paar Tagen bin ich im Paradiesle - Zanzibar.
News und Bilder kommen später.
Möchte mich ganz arg bei Lisa und Gregor für die entspannten Tage in Kigali bedanken !!!!
Wer Lust hat, kann sich unter den folgenden Links noch mal umfassend zu den Hintergünden der politischen Situation und der dumpfbackigen deutschen Politik schlau machen:
Der Autor der beiden Kommentare (Dominc Johnson, taz-Redakteur Afrika) hat darüber hinaus ein exorbitant gutes Buch zur Situation im Kongo geschrieben:
Kongo. Kriege, Korruption und die Kunst des Überlebens.